Sonntag, 1. Dezember 2013

Erleuchtung, Meditation–zwei Begriffe

Vor einigen Jahren habe ich folgenden Artikel gelesen.

http://www.taekkyon.de/download/Es_stinkt_nach_Zen_original.pdf

Heute stolpere ich in einem Kampfkunstforum erneut darüber und habe es erneut gelesen. Dabei sind mir unter Punkt 3.3 - Seite 12 zwei Sätze hängen geblieben, denen ich mich ein wenig näher widmen möchte. Und zwar:

Es ist zwar ein un(ter)bewußter Erkenntnisprozeß, den man als Erleuchtungsähnlich bezeichnen kann, doch ist das Ziel der Technik nicht Erleuchtung, sondern die Technik selbst. Die oft verwendete Bezeichnung der Kampfkünste als „Meditation in der Bewegung“ trifft daher nur bedingt zu und erfolgt meist auf Kosten einer effizienten Technik.

Da ist einmal der Punkt mit der Erleuchtung. Was ist mit Erleuchtung gemeint? Zum einen, diese doch eigentlich glorifizierte Ansicht des Aufgehens ins Dao/Satori/Nirwana.

Aus dem, was ich bis jetzt aus meiner spirituellen Lehre lernen durfte, darf ich sagen, gibt es diese nicht.

Es gibt Stimmen die sagen, man kann in jedem Augenblick Erleuchtung erfahren. Aus meiner Sicht stimmt das! Erleuchtung kann sein, wenn man einen Berg erklommen hat, sich umwendet und betrachtet, welche Welt hinter einem liegt. Der Anblick ins Tal, die unglaubliche Schönheit der Welt/Erde. Einem Vater mag es der Moment sein, wo er sein Kind zum ersten Mal auf seinem Arm hält. Wieder einem anderen mag es eine Erleuchtung sein, wenn er eine Technik nicht nur kognitiv verstanden hat, sondern assimiliert hat, verarbeitet hat oder es "klick" gemacht hat.

Der zweite Satz des Zitates hat es ebenfalls in sich. Sicherlich ist die Aussage richtig, dass die Möglichkeit besteht, dass die Effizienz einer Technik flöten geht, wenn man sie wie in "Meditation" macht. Hier muss man sich jedoch fragen, was bedeutet Meditation. Wie der Artikel selber feststellt ( Punkt 3.1 - Seite 10 )

„Zen“17bedeutet schlicht Konzentration oder Meditation. Es kann auch verstanden werden als etwas ohne Ablenkung zu tun oder ganz in etwas aufzugehen, als ob es in diesem Moment nichts anderes gäbe.

ist mit Meditation ein Zustand gemeint, in dem man sich darin übt vollkommende Konzentration auf den Moment zu halten. Das wahrzunehmen, was Aktuell ist.

Nicht gemeint ist, wie in Trance zu sitzen, laufen oder was auch immer zu sein. Noch schlimmer, es heißt auch nicht, zu dösen oder zu schlafen!

Also, warum soll dabei die Effizienz auf der Strecke bleiben? Meiner Meinung nach sind das sogar die wenigen Momente im Alltag, wo es ganz besonders gut geübt werden kann und häufiger als sonst auch gelingt, den Fokus zu halten.

Mag dies der Grund sein, warum so viele alte Meister sich eben auch mit diesen Methoden beschäftigt haben? Um nicht einfach nur ihren Körper zu trainieren, sondern auch ihren Geist? Sicher, hier darf man wieder diskutieren, dass die Asiaten diese Trennung zwischen Körper und Geist nicht sehen/kennen.